Gründerin und Hüterin des Nibelungenhorts

Bärbel Jakob im Mitgliedsporträt

Die Hansestadt Hamburg hat vieles zu bieten, Fischmarkt, Michel, Landungsbrücken, Speicherstadt, Musicals und auch ein Drachenlabyrinth. Durch dieses Labyrinth schlägt sich Familie Jakob erfolgreich und alle sind begeistert von dieser Fantasy-Abenteuerwelt.

Nachdem Bärbel Jakob in Hamburg durch das Drachenlabyrinth „gelaufen ist“, kam ihr die großartige Idee, ein ebensolches begehbares Rollenspiel im südhessischen Ried aufzubauen. Es dauerte knapp zwei Jahre, bis in Bürstadt im Mühlgraben der „Nibelungenhort“ eröffnet werden konnte – eine Indoor-Rollenspielanlage, in der Kinder und Jugendliche von sechs bis 14 Jahren in die Rolle von Helden schlüpfen, und oft auch die sie begleitenden Erwachsenen.

Für ihre Geschäftsidee gab die Mutter von vier volljährigen Kindern ihren Job als freie Mitarbeiterin beim Mannheimer Morgen auf. Über 25 Jahre schrieb sie Artikel für die Lampertheimer Ausgabe der Regionalzeitung. Bei der Erstellung des Businessplans konnte sie auch noch aus der Erfahrung aus ihrer Zeit als Bankkauffrau schöpfen – dem Beruf, den sie ursprünglich nach dem Abitur gelernt hatte. Nun musste sie selbst bei der Bank und auch beim Kreisbauamt vorsprechen und andere von ihrer Idee überzeugen.

Rund ums Nibelungenlied

Nachdem dann die Finanzierung stand und eine passende Immobilie gefunden war, konnte es richtig losgehen. Aus einer ehemaligen Kegelhalle wurde ein begehbares Fantasy-Spiel. „Der ganze Aufbau des Labyrinths und die Geschichte, die dahintersteht, orientieren sich am Nibelungenlied. So wird auch viel über Siegfried, Kriemhild, Hagen und Co erzählt – das aber natürlich in einer kindgerechten Form, ohne blutrünstige Elemente“, erklärt Bärbel Jakob.

Spielerisch Zeit verbringen

Der Nibelungenhort ist aufgeteilt in zwei Ebenen. Im vorderen Spielbereich ist die Stadt, in der nur Rätsel gelöst werden können, und im hinteren der dunkle Wald. Dort schleichen Monster herum, die die Spieler behindern wollen und auch angreifen können. „Die Monster sind aber nicht wirklich furchterregend. Und es braucht auch niemand Angst zu haben, dass man, wie in einer Geisterbahn, hinterrücks erschreckt wird. Im Gegenteil, die Monster werden von unseren schauspielernden Mitarbeitern mit einem Augenzwinkern und viel Fürsorge dargestellt“, erzählt Bärbel Jakob. Auch Spieler, die schon ein entsprechendes Level erreicht haben, können in die Rolle von Dunkelelfen, Trollen, Wikingern und Zwergen schlüpfen. „Für das Live-Rollenspiel braucht man keine Vorkenntnisse, man muss weder Rollenspieler sein noch das Nibelungenlied auswendig kennen“, erklärt die quirlige „Hüterin“ des Nibelungenhortes. Vor jedem Spiel gibt es eine kurze Einführung, dann entscheiden sich die Spieler selbst für eine der vier Heldenklassen: Magier, Krieger, Heiler oder Elfe. Dabei bekommt jede Figur bestimmte Ausrüstungsgegenstände, wie zum Beispiel Schlüssel, Schwerter oder Lichter, die bei der Suche im Labyrinth sehr nützlich sind.

Das Labyrinth ist ein Ort, an dem Abenteuer und Lernen Hand in Hand gehen. Im Vordergrund steht dabei das Fördern und Fordern grundlegender sozialer Kompetenzen. Ihm liegt ein speziell entwickeltes Konzept zugrunde, in dem es vor allem um Teamwork geht. „Gut ist es, wenn sich die Spieler mit anderen zusammenschließen um von deren Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenständen zu profitieren. So löst sich manches Rätsel schneller“, erzählt Bärbel Jakob. „Die Kinder erfahren so spielerisch, dass man gemeinsam mehr erreichen kann als allein. Und dass jedes Mitglied für die Gruppe wichtig ist.“ Bärbel Jakob hat mit dem Nibelungenhort einen wirklich magischen Ort geschaffen und eine Marktlücke entdeckt. Denn anders als bei all den digitalen Features und Spielen auf dem Computer, Tablet oder Smartphone erleben die Kinder und Jugendlichen mit allen Sinnen die abenteuerliche fantastische Welt. Die besondere Geschäftsidee wurde auch schon prämiert: Bärbel Jakob hat 2017 mit ihrem Nibelungenhort den Gründerwettbewerb der Gründungsoffensive Bergstraße-Odenwald gewonnen.