Revolution

Welterster Äbbelwoi in Dosen

Benedikt Kuhn im Mitgliedsportrait

Ob Ebbelwei, Äppler oder Äbbelwoi – das „Stöffche” hat in Hessen viele Namen. Die Bezeichnung "Hessischer Apfelwein" ist eine geschützte geographische Angabe, die besagt, dass seine Vergärung, Klärung und das Abfüllen in Hessen erfolgen muss. Fragt man Benedikt Kuhn, verbindet er Apfelwein nicht allgemein mit Hessen und schon gar nicht mit der als vermeintlichen Wiege des Apfelweins angesehenen Hochhaus-Metrople am Main. Für ihn ist der Apfelwein untrennbar mit dem Odenwald verbunden.

©BEMBEL-WITH-CARE Verwaltungs GmbH

Schon immer hat er gerne den Saft aus vergorenen Äpfeln getrunken, aber dass er selbst einmal zu einem Revoluzzer des traditionsreichen Getränks wird und den "Äbbelwoi" in der ganzen Welt bekannt macht, hat er sich nicht träumen lassen

Aber der Reihe nach: Benedikt wächst in Heppenheim-Kirschhausen auf, geht in Heppenheim in die Schule und ist, wie so mancher Teenager, eher etwas ziel- und orientierungslos. Der Knoten platzte erst richtig während seiner Zeit bei der Bundeswehr. Da zeigte sich für ihn: "Wenn ich etwas mache, dann will ich es richtig machen." Er kam dort körperlich an seine Grenzen, konnte aber auch seine künstlerisch-kreative Ader ausleben. Die hatte er schon immer – konnte sie aber bislang nicht in Bezug zu einer beruflichen Zukunft setzen. Nach dem Wehrdienst beginnt er eine Ausbildung zum Mediengestalter und findet genau da seine Berufung. Rund um die Uhr arbeitet er, probiert sich in allen Bereichen des Gestaltens aus. Im dritten Jahr seiner Ausbildung macht er sich selbstständig, nach der Lehre beginnt er ein Kommunikationsdesign-Studium in Mannheim. 

Initiative für den Äbbelwoi

Im vierten Semester steht eine Studienarbeit an, die Benedikts Leben verändern sollte. Die Aufgabe: ein "totes" Produkt mithilfe eines geeigneten grafischen Vermarktungskonzeptes wiederzubeleben. Benedikts Wahl fiel auf den Apfelwein. „Mein Lieblingsgetränk, das ich sinnbildlich schon mit der Muttermilch aufgenommen habe", erklärt er seine Entscheidung. "Leider hatte der Apfelwein einen schrecklichen Ruf als Getränk alter Leute, abgefüllt in hässlichen, braunen Flaschen. Die Produkte selbst waren ja oft sehr gut, aber keiner wollte sie probieren." Die Lücke zwischen Vermarktung und Produktqualität wollte Benedikt schließen, damit auch wieder jüngere Leute zum Apfelwein greifen – und vor allem: "damit dieses tolle Traditionsgetränk nicht irgendwann komplett vergessen wird."

Ein zeitgemäßes Design musste her. Den Bembel hat Benedikt ausgewählt, weil er für ihn der Inbegriff der Apfelweinkultur ist. Das kaputte Glas symbolisiert die fragile Apfelweinkultur, zwei Pfeile nach oben sollen die künftige Richtung vorgeben. Und der Slogan BEMBEL-WITH-CARE verdeutlicht den sorgsamen Umgang mit der Apfelweinkultur. Aus der Studienarbeit wird ein Diplomthema. Benedikt wusste von Anfang an, dass seine Apfelweinvision nicht nur ein theoretisches Studienthema sein soll. Daher war klar: die Idee seiner Apfelweinrevolution muss Realität werden.  

Frisches Image

©BEMBEL-WITH-CARE Verwaltungs GmbH

2007 gründete er BEMBEL-WITH-CARE. Fortan ging es steil nach oben. "Ich habe schnell gemerkt, dass diese Geschichte Potenzial hat. Und so kam der Apfelwein erst 2008 auf den Markt, als ich mit der Traditionskelterei Krämer den perfekten Partner gefunden hatte."

Sein Apfelwein ist süffig, mit etwas mehr Restsüße, nicht so sauer und durch etwas hinzugesetzte Kohlensäure auch spritziger. Für den Apfelweinliebhaber selbstverständlich: auf Konzentrate, Aromen oder Süßstoffe wird vollständig verzichtet.

"Was ich wollte, war ein milder und naturbelassener Apfelwein aus Streuobst, also aus den alten Apfelsorten, wie sie bei uns im Odenwald wachsen." Erst als Geschmack und Qualität perfekt waren, kamen die ersten 5 Liter-Fässer auf den Markt. Die eigentliche Weltneuheit, der Apfelwein in Dosen, kam dann 2009. Und das war eine wirkliche Innovation. Die Branchenriesen, bisher blind in Bezug auf Weiterentwicklung und Veränderung, zogen nach und brachten nun auch Dosen auf den Markt.

Lesen Sie den kompletten Artikel in unserem Mitgliedermagazin Ausgabe März 2019 oder hier online.