Spiele, Erfolg und Familienglück

Klaus und Benjamin Teuber aus Roßdorf

Klaus Teuber ist der bekannteste Brettspielerfinder Deutschlands. Vor fast 25 Jahren hat er „Catan“ entwickelt. Das Spiel, das Strategie, Glück und Verhandlungsgeschick erfordert, war und ist etwas Besonderes – das bezeugen über 25 Millionen weltweit verkaufte Exemplare in mehr als 40 Sprachversionen. Die ersten Spiele entwickelte Teuber in seiner Freizeit. Sein Erstling „Barbarossa“ wurde 1988 zum „Spiel des Jahres“. Bevor „Spiele“ zu seinem Beruf werden, wurde er erst einmal Zahntechniker. Als Klaus Teuber Ende zwanzig war, erkrankte sein Vater schwer und er musste nun allein die Verantwortung für das Labor und seine Mitarbeiter tragen. „Es war schrecklich. In dieser belastenden Zeit wurde das Spielentwickeln zu einem Refugium für mich. So konnte ich mich einfach am besten erholen.“ „Adel verpflichtet“ wurde Teubers zweites Spiel des Jahres. 1991 folgte mit „Drunter & Drüber“ das nächste.

Vater und Söhne sind gemeinsam erfolgreich

„Wir hatten in einem Jahr mal eine halbe Million D-Mark Verlust, im nächsten eine Viertelmillion“, erzählt Teuber. „Unser Reihenhaus, das nicht abbezahlt war, überschrieb ich meiner Frau.“ Als die Erlöse von den ersten Spielen kamen, die Teuber entwickelt hatte, war das kurz vor knapp, Teuber konnte die Firma retten. 1999 verkaufte er dann seine Anteile – drei Jahre, nachdem er Catan veröffentlicht hatte und es Spiel des Jahres geworden war. Das ist der wichtigste Branchenpreis, eine Art Bestseller-Garantie. Normalerweise gehen die Verkaufszahlen trotzdem nach einem Jahr herunter. Aber bei Catan wuchsen sie auch im zweiten und dritten Jahr. Internationale Verlage waren interessiert, der Verlag wollte Erweiterungen herausbringen. „Ich kann bis heute nicht glauben, wie viele Leute Catan kennen und spielen.“

Bei einem guten Spiel hat auch der Verlierer Spaß

Heute ist Benjamin, Teubers jüngster Sohn, einer der Geschäftsführer der Catan GmbH. Teubers ältester Sohn Guido ist schon 2002 eingestiegen, um sich um das internationale Lizenzgeschäft zu kümmern. „Aber erst als Benny dazukam, waren wir komplett“, fasst Teuber das Vater-Söhne-Gespann zusammen. Für Teuber zeichnet sich ein gutes Spiel dahingehend aus, dass auch der Verlierer Spaß hat. Wenn sich alles darauf beschränken würde, ob man am Ende der Sieger ist oder nicht, wäre das ein bisschen dürftig. Das ist auch bei Catan so. Es wird nichts zerstört, alles, was man aufgebaut hat, ist am Ende noch da. Ein Verlierer kann auch stolz darauf sein, was er geschaffen hat. Bald kommt nun das dritte Spiel auf den Markt, das er zusammen mit Benjamin entwickelt hat. Vater und Sohn haben die Geschichte von Aufstieg und Niedergang einer der beeindruckendsten Kulturen Südamerikas nach Catan geholt. „CATAN – Der Aufstieg der Inka“ erscheint voraussichtlich im Juli 2018.