Das Ehepaar Feyerabend führt ein Leben in Bewegung

Mitgliederportrait des Ehepaars Miriam und Dr. Dierk Feyerabend

"Sport ist eine Herzensangelegenheit"

Sie haben sich beim Sport kennengelernt, Sport ist ihr großes gemeinsames Hobby und in der Sportbranche wird auch das Familieneinkommen erwirtschaftet. Kaum zu glauben, aber wahr: In dieser Familie dreht sich fast alles ums Laufen, Springen, Werfen, Schwimmen oder Radeln.

Dr. Dierk Feyerabend war in jungen Jahren erfolgreicher Zehnkämpfer, gehörte zum deutschen Olympiakader, trainierte gemeinsam mit Guido Kratschmer und Jürgen Hingsen. Da schien es nur logisch, aus dieser Begabung zur Bewegung auch einen Beruf zu machen. Also studierte er bis zum Diplomabschluss, wollte Lehrer für Sport und Religion werden. Sport und Religion? Er erklärt: „Für mich waren damals Sport und Religion die beiden großen Ventile der Menschheit!“ Und Ehefrau Miriam ergänzt augenzwinkernd, im Job und im Training müsse man ja auch manchmal „predigen“. Im Kern sei es ihm jedoch stets darum gegangen, Menschen auf verschiedenen Wegen zu erreichen und in ihren Möglichkeiten zu fördern. Er betrachte immer um das volle Potenzial zu entwickeln, erklärt er seine Philosophie. Und die Ehefrau bestätigt: „Dierk ist ein außergewöhnlicher Trainer und kann super motivieren!“ Sie spricht aus Erfahrung, denn sie landete als Siebenkämpferin eher zufällig in seiner Trainingsgruppe und blieb begeistert dabei – schon lange, bevor es zwischen den beiden gefunkt hat.
 

Für den angehenden Studienrat Dierk Feyerabend wird der Schulalltag jedoch bald zur Ernüchterung. Er berichtet von Kollegen, die ihn kritisierten, weil er schwierige Schüler in Sport „zu gut“ benotete. Desillusioniert quittiert der Idealist den Schuldienst, verabschiedet sich von der Aussicht auf ein sicheres Beamtendasein und sucht nach einem Betätigungsfeld, in dem sein Engagement willkommen und gefordert ist. Es folgt eine Karriere in der Sportartikelindustrie, wo er das kaufmännische Handwerk von Grund auf lernt.

"In dieser Familie dreht sich fast alles ums laufen, sprigen, werfen, schwimmen oder radeln"

Nach Stationen als Schulungsleiter bei PUMA und Marketingmanager bei AVIA erarbeitet er ein neues Marketing- und Vertriebskonzept für „Polar Electro Oy“ aus Finnland. Damals kennt noch niemand den Namen der Firma, die heute weltweit führender Hersteller von Herzfrequenzmessgeräten für den individuellen sportlichen Einsatz ist. Der finnische Firmeninhaber ist begeistert und erteilt Dierk Feyerabend den Auftrag, eine deutsche Niederlassung aufzubauen, die für den gesamten europäischen Raum die Vorreiterrolle übernehmen soll. Also krempelt der ehemalige Zehnkämpfer die Ärmel hoch und legt los, anfangs fast im Alleingang. Ausdauer hat er mehr als genug, das bringt schon das regelmäßige Training mit sich. Er macht die Herzfrequenzmessung buchstäblich zur eigenen Herzenssache. „Unsere Message war einfach und grundehrlich – hör auf deinen Körper!“, so beschreibt er die damalige Herangehensweise. So schafft er ein neues wichtiges Segment in der Sportartikelbranche und etabliert „Polar Electro GmbH Deutschland“ innerhalb weniger Jahre als Unternehmen mit 100 Beschäftigten und als erfolgreiche Marke. Irgendwann zwischendrin findet er sogar noch die Zeit, über das Thema Herzfrequenzmessung zu promovieren.

"Klar ist Leichtathletik eigentlich eine Individualsportart - Aber man kann das als Trainer trotzdem anders gestalten"

Die Frage, wieso Dr. Dierk Feyerabend seine unangefochtene Position als erfolgreicher Geschäftsführer bei Polar vor einigen Jahren freiwillig an den Nagel hängt, beantwortet er mit großer Selbstverständlichkeit: „Ich hatte das Gefühl, all meine Ziele bei Polar erreicht zu haben. Zudem hatte ich mir vorgenommen, ab fünfzig möglichst mein eigener Herr zu sein und nur noch Dinge zu tun, die mir Spaß machen und von denen ich hundertprozentig überzeugt bin.“ Also startet er eine dritte Karriere als freiberuflicher Berater für Personalentwicklung, Vertriebs- und Marketingkonzepte. Natürlich gehören nach kürzester Zeit Hersteller von Sportbekleidung, -zubehör und -nahrung zu seinen Kunden. Miriam Feyerabend hat ursprünglich BWL mit Schwerpunkt Marketing studiert und ist schon länger selbstständig. „Nach einer passenden Jobbezeichnung suche ich immer noch – irgendwie bin ich eine Art Allzweckwaffe“, erklärt sie vergnügt.

"Wenn man einen von uns engagiert, bekommt man automatisch beide im Paket"

Doch letztlich ergänzen sich die beiden optimal in den Schwerpunkten ihrer Selbstständigkeit: Sie ist das Organisationstalent, z. B. für Sportveranstaltungen, Fachmessen und andere Events, mit Stärken im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Er ist der Kreative, der fachhandelsorientierte Marketing- und Sales-Konzepte für mittelständische Unternehmen entwirft und auch bei ihrer Umsetzung unterstützt. Gemeinsam bringen sie die Projekte schließlich ins Rollen. „Wenn man einen von uns engagiert, bekommt man automatisch beide im Paket“, sinniert die frühere Siebenkämpferin. Das Gleiche gilt auch für die Freizeit: Beide investieren viel in ihren Verein, den Turnverein Groß-Gerau. Beide arbeiten ehrenamtlich im Vorstand bzw. Abteilungsvorstand Leichtathletik und beide sind Trainer in verschiedenen Alters- und Leistungsgruppen. Sie kümmert sich außerdem noch um Marketing und PR im „KinderSportClub“ des TV und engagiert sich im Leichtathletik-Kreis Groß-Gerau, er ist zudem Athletiktrainer eines Fußballvereins.

So viel Vereinsengagement ist erst möglich, seitdem Dierk Feyerabend als Selbstständiger flexibler über seinen Terminkalender verfügen kann als früher.

Obwohl er selbst sein ganzes sportliches und berufliches Leben hindurch leistungsorientiert war, sieht der promovierte Diplomsportlehrer das heute als Trainer völlig unverkrampft: „Leistung ist doch ein sehr relativer Begriff. Wenn jemand vorher nie sportlich war, dann ist es schon eine Spitzenleistung, wenn derjenige mit leichtem Ausdauertraining beginnt und regelmäßig dabeibleibt! Nicht jeder muss wettkampforientiert trainieren.“ Ehefrau Miriam nickt und erklärt das Trainingskonzept genauer: „Na ja – Konzept hört sich so starr an. Unsere Energie kommt einfach von Herzen. Egal ob im Job, im Sport oder in der Schule: Die Motivation ist entscheidend und die ist nun mal größer, wenn da Menschen stehen, die sich individuell um jeden Einzelnen kümmern. Nicht nur Spitzenleistungen loben, sondern Entwicklung fördern. So kann jeder sein persönliches Ziel erreichen oder sogar über sich hinauswachsen.“ Nach Ansicht beider spielen auch die Ausrüstung, die medizinische und psychologische Rundumbetreuung vor und nach dem Sport eine wesentliche Rolle. Das fließt in ihr ganzheitliches Konzept ein. „Wer das optimale Schuhwerk trägt, wer sich richtig ernährt, wer an sich selbst glaubt, hat mehr Freude an der Bewegung und erzielt bessere Resultate. Denn wer Schmerzen oder Frust hat, verliert schnell den Spaß.“

"Egal ob im Job, im Sport oder in der Schule: Die Motivation ist entscheidend"

Überhaupt, die Psychologie! Gegen persönliche Überzeugungen könne man nicht anarbeiten, egal mit welchen Tricks. „Wenn jemand glaubt: ‚Ich bin krank, und kann deshalb keinen Sport machen, dann ist das eben so.“ Jeder müsse für sich selbst eigene Ziele definieren, gerne mit Unterstützung durch die Trainer. Grundlage sei natürlich der Wunsch nach Veränderung. Wille und Durchhaltevermögen entwickeln sich – sofern nicht schon vorhanden – durch ein schlüssiges Trainingskonzept. „Du musst selbst entscheiden, wohin du gelangen willst – ich kann dann die richtige Richtung zeigen und dich begleiten, aber den Weg zurücklegen musst du selbst. Hintragen kann ich dich nicht!“, bringt Dierk Feyerabend seine Grundüberzeugung auf den Punkt. Interessanterweise sei es so, dass Kinder da oft zugänglicher als Erwachsene und meist auch leichter zu motivieren sind. „Für Kinder und Jugendliche sind Anerkennung und Teamzugehörigkeit wichtig“, betont Miriam Feyerabend. Deshalb teilen beide auch nicht zwangsläufig die leistungsstärkeren und die leistungsschwächeren Sportler in verschiedene Gruppen ein. „Die Älteren beziehungsweise die Guten und Schnellen laufen dann eben in derselben Zeit eine Runde mehr – aber alle sind gleichzeitig unterwegs.“ Bei Wettkämpfen führt das zu einem tollen Gruppenzusammenhalt – jeder feuert jeden an und alle freuen sich gemeinsam, wenn jemand ein gutes Ergebnis erzielt. „Klar ist Leichtathletik eigentlich eine Individualsportart – aber man kann das als Trainer trotzdem anders gestalten“, erklärt die ehemalige Siebenkämpferin. Das sportliche Ehepaar führt auch Trainings- und Gesundheitsprogramme für Firmen durch und richtet sich dabei nach den gleichen Prinzipien: Jeder trainiert nach seinen eigenen Zielen und Fähigkeiten, alle sollen diszipliniert und motiviert dabeibleiben, langfristig ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit verbessern, ohne es zu übertreiben. „Es muss Spaß machen. Wir propagieren schließlich keinen Sport-Burn-out!“, betont Dierk Feyerabend. Beide Ehepartner sind energiegeladen und strahlen übers ganze Gesicht, wenn sie ihr Trainingskonzept beschreiben. Es wird spürbar, dass die ganze Sache ihnen – wie sollte es anders sein – eine Herzensangelegenheit ist. Ob sich Dierk Feyerabend wohl auch in seine Frau verguckt hätte, wenn sie total unsportlich wäre? „Dann wäre ich ihm nicht aufgefallen“, ist sie überzeugt, „er hat sich nämlich zuerst in meinen eleganten Laufstil verliebt!“

"Du musst selbst entscheiden, wohin du gelangen willst - Ich kann die richtige Richtung zeigen"

Möchten Sie mehr Sport treiben und das ganzheitliche Trainingskonzept kennenlernen? Die Volksbank lädt ihre Mitglieder zu dem Vortrag „Fit durchs Jahr“ von Dr. Dierk Feyerabend ein. Zusätzlich werden zwei Laufseminare für jeweils 15 Mitglieder verlost. Das Seminar läuft über fünf Wochen und findet immer am gleichen Wochentag um dieselbe Uhrzeit statt.