Benzin im Blut

Motorsport -Talent Marvin Dienst im Mitgliedsporträt

Blickt man 15 Jahre zurück, steht ein kleiner fünfjähriger Junge ganz aufgeregt an der Kartbahn und beobachtet dort seinen älteren Cousin. Und der kleine Junge hat nur einen Wunsch: Ich will auch! Mit fünf Jahren kam Marvin Dienst so zum Motorsport. Der Opa hatte ein Fahrzeugbau-Unternehmen in Mannheim und einen Lkw für die Kartbahn aufbereitet – so landete die Familie auf der Kartbahn. Unter Gaspedal und Bremsen mussten erst einmal ein paar Holzklötze gelegt werden, damit der kleine Lampertheimer Steppke überhaupt fahren konnte.

Sein Cousin hatte seinen eigenen Kart – als der dann dafür zu groß geworden war, bekam Marvin das Gefährt. Mit sieben Jahren ging es zum ersten Mal auf eine Outdoor-Strecke und mit acht Jahren fuhr er sein erstes Rennen und feierte auch gleich seine ersten Erfolge. Dreimal in Folge gewann er den ADAC-Bundesendlauf in der Klasse Bambini – das gelang neben ihm auch dem deutschen Formel-1-Topstar Michael Schumacher. Zu seinen großen Erfolgen gehören der Gesamtgewinn der ADAC Formel 4 und der Sieg in der Speed Academy der Deutschen Post. Für seine hervorragenden Leistungen 2015 erhielt er den Preis „Deutschlands Motorsport-Talent des Jahres“. 2016 wurde er als „Top-Talent 2016“ der Metropolregion Rhein-Neckar geehrt.

„AUF GROSSER FAHRT“ BEI DEN ADAC GT MASTERS

Heute steht Marvin Dienst vor seiner zweiten Saison der ADAC GT Masters. Im zweiten Jahr möchte der Rookie in der Liga der Supersportwagen um den Gesamtsieg kämpfen: „Meine Debütsaison verlief wirklich toll. Fünf Podestplätze und Rang fünf in der Juniorenwertung bestätigen meine Vorstellung. 2017 möchte ich wieder voll attackieren.“ Die Saison des ADAC GT Masters umfasst sieben Saisonrennen, verteilt auf Deutschland, Österreich und die Niederlande. In dieser Rennserie wird mit Fahrzeugen vom Typ Gran Turismo, zu Deutsch „große Fahrt“, gefahren. Marvin bewegt sich hier in der Liga der Supersportwagen mit bis zu 650 PS starken Modellen.

2015 gewann Marvin Dienst die ADAC-Formel-4-Meisterschaft und wurde mit dem Titel „Motorsport-Talent des Jahres“ ausgezeichnet, was ihm eine Prämie von 75.000 Euro bescherte. Das Geld diente zur Mitfinanzierung der laufenden Rennsaison bei Team Schütz Motorsport. Seit der Saison 2016 startet Marvin in der GT-Rennserie. „Es war schon eine große Umstellung, von dem 565 Kilo leichten Formel-4-Rennwagen mit 150 PS auf den 1,2 Tonnen schweren Porsche mit mehr als 500 PS umzusatteln, aber das Auto macht einfach Spaß.“ Auf das Abitur musste er wegen seiner Motorsport-Karriere verzichten. So begann er nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Automobilkaufmann in einem Wieslocher Autohaus und ist dort auf verständnisvolle Chefs gestoßen. Auch im dritten Lehrjahr ist er dort flexibel genug, um zwischen Testfahrten, Rennwochenenden, Autohaus und Berufsschule pendeln zu können.

Vielleicht wird er nach der Lehre noch mal mit Schule und Studium weitermachen: „Aber jetzt versuche ich erst einmal, ob es mit einer Karriere im Rennsport klappt“, so seine Pläne. Der Spagat zwischen Ausbildung und Motorsport ist mehr als anspruchsvoll, ein Privatleben hat der sympathische Lampertheimer nicht. Aber das Motorsport-Talent weiß genau, was er will – sonst wäre er nicht da, wo er jetzt steht. Und es ist ziemlich sicher, dass es auch noch weiter bergauf geht – mit Highspeed, Willen, Mut, Talent und auch ein klein wenig Glück. Es ist Marvin Dienst nur zu wünschen.