Vertreterversammlung der Volksbank Darmstadt - Südhessen eG beschließt über Gewinnverwendung

Betriebsergebnis gesteigert - Geschäftsmodell durch steigende Mitgliederzahlen bestätigt

Die Vertreterversammlung der Volksbank Darmstadt – Südhessen eG war gut besucht: 500 Vertreter und Gäste begrüßte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Alexander Pfeiffer, im Darmstädter Kongresszentrum „darmstadtium“. Die Vertreter repräsentieren die derzeit rund 81.000 Mitglieder, die die Anteilseigner der Bank sind.

Vorstandssprecher Walter Konrad zog die Bilanz eines erfolgreichen Jahres. Er würdigte das Gelingen der 2012 vollzogenen Verschmelzung zwischen der Volksbank eG Darmstadt • Kreis Bergstraße mit der Groß-Gerauer Volksbank eG, die nicht nur in der genossenschaftlichen Bankengruppe als Beispiel einer erfolgreichen Fusion wahrgenommen wird: „Wir hätten keinen besseren Zeitpunkt wählen können, um unsere Kräfte zu bündeln.“ Die Bank sei heute weit besser aufgestellt als vor dem Zusammenschluss – und das, obwohl beide Banken bereits vorher erfolgreich gewirtschaftet haben.

Fusion mit der Volksbank Seeheim-Jugenheim im Plan
Auch die Integration der Volksbank Seeheim-Jugenheim – beschlossen auf der  Vertreterversammlung des vergangenen Jahres – sei auf einem guten Weg. Nach der am 19. Mai dieses Jahres erfolgten Eintragung in das Genossenschaftsregister werden am 12. Juli 2014 beide Banken auch technisch zusammengeführt. Auf die veränderten Gegebenheiten in Seeheim und Jugenheim reagiert die Volksbank Darmstadt – Südhessen eG mit neuen Filialen, die in einem belebten Geschäftsumfeld angesiedelt sind. Auch hier wird die Verschmelzung ohne Stellenabbau vollzogen: Das den Kunden vertraute Team wird weiter in allen finanziellen Angelegenheiten beraten.

Regulatorische Anforderungen steigen weiterhin
Dass eine Bündelung der Kräfte nicht zuletzt deshalb notwendig ist, weil umfangreiche Regularien die Banken stets aufs Neue fordern, führte Vorstandssprecher Konrad mit Nachdruck aus. In der Volksbank Darmstadt – Südhessen befassen sich bereits acht Mitarbeiter mit diesen Themen. Konrad bedauerte, dass auch erfolgreiche Genossenschaften unter regulatorischen
Anforderungen leiden müssten, die letztlich auf das Geschäftsgebahren vornehmlich der auch international agierenden Großbanken zurückzuführen sind. Obgleich er eine strenge Regulierung der Finanzmärkte grundsätzlich befürworte, müssten dabei jedoch auch Geschäftsmodell und spezifische Risiken einer Bank berücksichtigt werden. „Eine Bank, die seit anderthalb Jahrhunderten ordentlich wirtschaftet, darf nicht wie ein Kasinospekulant behandelt werden“, forderte Konrad.

Während Häuslebauer bei der Finanzierung ihrer Immobilien von den niedrigen Zinsen profitieren, leiden Sparer darunter, dass ihre Geldanlagen nur sehr bescheidene Zinserträge erwirtschaften. Die Banken, auch die Volksbanken, werden für die niedrigen Zinsen verantwortlich gemacht.
„Dabei wird das niedrige Zinsniveau maßgeblich durch die Politik beeinflusst“, so Konrad.

Regionalität, Qualität und Mitgliedschaft
Bei der Verschmelzung 2012 hatte die Volksbank Darmstadt – Südhessen ihre strategischen Eckpfeiler benannt: Regionalität, Qualität und Mitgliedschaft. Regionalität umfasst auch Kundennähe, folglich hat die Volksbank Darmstadt – Südhessen im Jahr 2013 rund 5 Millionen Euro in ihr Filialnetz investiert. Das Bekenntnis zur Qualität hatte umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter zur Folge, an deren Ende 130 Kundenberater
nach erfolgreich abgelegter Prüfung eine TÜV-Zertifizierung erhielten.

Dass diese Anstrengungen auch von den Kunden in den übrigen Regionen des Geschäftsgebiets der Volksbank Darmstadt – Südhessen honoriert werden, zeigte sich auch an den wachsenden Mitgliederzahlen. Rund 81.000 waren es Anfang Juni. Die Zielmarke von 100.000 rücke damit immer näher.

Mitgliedermehrwertprogramme
Zahlreiche Anreize, Mitglied zu werden, setzt auch das Mitgliedermehrwertprogramm „VolksbankingPlus“. Über 50 Veranstaltungen bot die Volksbank im vergangenen Jahr an. Dabei reichten die Themen von korrekter Business-Kleidung über Erbrecht bis hin zur Regelung einer Unternehmensnachfolge. Ein weiteres erklärtes Ziel des Mitgliedermehrwertprogramms ist es auch, Gemeinsinn und Zusammenhalt unter den Mitgliedern zu fördern. Dazu trugen im vergangenen Jahr zahlreiche Theateraufführungen, Lesungen und Ausflüge bei, darunter auch der Besuch der drei großen Sternwarten des Geschäftsgebiets oder auch Führungen durch das europäische Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt. Der Erlös dieser Veranstaltungen kam der Stiftung „Hoffnung für Kinder“ zugute.

Kinder ein bisschen glücklicher machen                                                                          Gegründet wurde die Stiftung vor 17 Jahren anlässlich des 125jährigen Bestehens der Groß-Gerauer Volksbank eG. Durch die Fusion hat sich nicht nur das Geschäftsgebiet vergrößert, sondern auch das Wirkungsfeld der Stiftung erweitert. Motto und Zweck sind gleich geblieben: Kinder ein bisschen glücklicher machen – durch eine schnelle und unbürokratische Hilfe vor Ort. Bisher wurden mit gut 1 Million Euro in rund 800 Fällen Kinder in Notlagen finanziell unterstützt.

Stärkung lokaler und regionaler Strukturen
Vorstandssprecher Hans-Peter Born erläuterte weiterhin die wichtigsten Posten der Bilanz sowie die wesentlichen Kennziffern der Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2013. Diese belegen, dass sich die Bank im Wettbewerb – trotz aller Herausforderungen im Hinblick auf Regulatorik
und Zinsumfeld – gut behaupten konnte.

Mit einer Bilanzsumme von 3.564 Mio. Euro verzeichnete die Bank einen Zuwachs von 75 Mio. Euro – und nimmt damit Rang 10 unter den Volksund Raiffeisenbanken in Deutschland ein. Dabei konzentrierte sich die Bank auf das klassische Kundengeschäft: „Einlagen, die wir von unseren
Kunden aus der Region bekommen, nutzen wir, um damit Kredite an hier ansässige Unternehmen und an hier lebende Privatpersonen zu vergeben. Damit stärken wir lokale und regionale Strukturen“, erläuterte Born das Geschäftsmodell. Das Kundenkreditvolumen hat sich um 27 Mio. Euro auf 2.757 Mio. Euro erhöht. „Mit 400 Mio. Euro Kreditneuzusagen sehen wir
uns nach wie vor als wichtigen Kreditversorger für Firmen- und Privatkunden in unserer Region.“

Verzerrter Wettbewerb durch staatlich gestützte Banken
Born bemängelte, dass staatliche gestützte Banken mit hohen Prämien und weit über dem Marktniveau liegenden Zinsen mit Volksbanken und Sparkassen um die Gunst der Privatkunden konkurrierten – und damit den Wettbewerb verzerrten. Umso wichtiger sei es, sich im Markt zu differenzieren. Die Volksbank Darmstadt – Südhessen habe daher das Ziel, die Nummer 1 in Mitglieder- und Kundenzufriedenheit zu werden.

Die Bank in der Region für die Region
Zur Leistungsbilanz der Volksbank Darmstadt – Südhessen eG für 2013 führte Born aus, dass die Bank nicht nur in der Region zu Hause ist, sondern sich auch für die Region engagiere: So erzielte die Volksbank für die Kommunen in ihrem Geschäftsgebiet ein  Gewerbesteueraufkommen von 2,7 Mio. Euro. An den Bund und das Land Hessen flossen Steuerleistungen von 3,3 Mio. Euro. 9,1 Mio. Euro Lohnsteuer gingen an die Gemeinden,
die Länder und den Bund. Durch die geleisteten Gehaltszahlungen an ihre Mitarbeiter stellte die Bank der Region Südhessen eine Kaufkraft von über 27,6 Mio. Euro zur Verfügung. Durch die Vergabe von Aufträgen für Neuinvestitionen, Instandhaltungen und Dienstleistungen in Höhe von 5 Mio. Euro sorgte die Bank für volle Auftragsbücher in der heimischen Wirtschaft. Das kulturelle Leben, Vereine, Schulen und karitative Einrichtungen unterstützte die Bank mit 400 TEuro. Außerdem stellte die Bank vier VR-Mobile im Wert von 40 TEuro gemeinnützigen Einrichtungen zur Verfügung. Die Stiftung „Hoffnung für Kinder“ hat allein im letzten Jahr mit
56 TEuro Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Leben stehen, unterstützt.

Attraktive Rendite für Mitglieder der Volksbank Darmstadt – Südhessen
Auf Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand wird der Jahresüberschuss von 4,1 Mio. Euro zur Ausschüttung einer Dividende von fünf Prozent (3,3 Mio. Euro) verwendet. In Anbetracht der aktuellen und künftigen Herausforderungen und des derzeitigen Zinsniveaus sieht Born dies als attraktive Rendite.

Für die Vorstände Walter Konrad, Hans-Peter Born und Eckhard Dämon war es der letzte Auftritt in dieser Runde, da alle drei zum Jahresende altersbedingt aus der Bank ausscheiden werden. Ab 2015 wird der Vorstand aus den bereits amtierenden Vorständen Michael Mahr, Matthias Martiné,
Hans-Jürgen Mehl und Jörg Lindemann bestehen.