Volksbank Darmstadt – Südhessen mit florierendem Einlagen- und Kreditgeschäft

Vorstand und Aufsichtsrat präsentieren auf der Vertreterversammlung ein gutes Jahresergebnis 2015

4 Prozent Dividende für die 90.000 Mitglieder

Die Volksbank Darmstadt - Südhessen hat mit den Menschen und Unternehmen in der Region erfolgreich zusammengearbeitet und auf der Grundlage ihres genossenschaftlichen Geschäftsmodells das Wirtschaftsjahr 2015 angesichts des herausfordernden Niedrigzinsumfeldes erfolgreich abgeschlossen. Diese Aussage zog sich wie ein roter Faden durch die Berichte, die Vorstand und Aufsichtsrat am 1. Juni 2016 auf der von Thomas Frank erstmals in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender geleiteten Vertreterversammlung in Darmstadt vortrugen.

Der Jahresabschluss 2015 zeigt insgesamt gute Zahlen. Mit ihren 808 Beschäftigten in den 63 Bankstellen hat die Volksbank Darmstadt - Südhessen die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gesteigert. Mit einem Plus von 4,5 Prozent und einem Neugeschäftsvolumen von 570 Millionen Euro durchbrachen die Kundenforderungen erstmals die 3 Milliarden-Marke. Gut 320 Millionen Euro flossen dabei dem südhessischen Mittelstand zu und rund 250 Millionen Euro in private Wohnbaufinanzierungen. Mit dem unverändert hohen Anteil an Kundenforderungen von rund 77 Prozent an der Bilanzsumme verdeutlicht die Bank einmal mehr, dass sie ihrer realwirtschaftlichen Verantwortung gerecht wird - hob Vorstandssprecher Michael Mahr hervor. Auch an der Entwicklung der Kundeneinlagen ist zu erkennen, wie sehr die Menschen dem genossenschaftlichen Geschäftsmodell vertrauen. Trotz einer Nullzinspolitik und einer hohen Wettbewerbsintensität sind die Kundeneinlagen um 5,9 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro gestiegen. Ähnlich wie in den Vorjahren setzten die Kunden besonders auf kurzfristig ausgerichtete Anlageformen. Aber auch das Kundengesamtvolumen, in das die bilanziellen und die bei Verbundpartnern verwahrten Bestände einfließen, erhöhte sich auf beachtliche 8,7 Milliarden Euro. Besonders Wertpapieranlagen wurden angesichts der hier gegebenen höheren Renditechancen rege nachgefragt. „Mit diesen Entwicklungen im Kundengeschäft wurden unsere Erwartungen deutlich übertroffen“, schloss Michael Mahr seinen Teil des Vorstandsberichts.

Qualität auf ganzer Linie

Entscheidend war nach Ansicht von Vorstandssprecher Matthias Martiné die außerordentlich lebhafte Nachfrage nach qualitativ hochwertigen und bedarfsorientierten Beratungsangeboten der Bank und ihrer genossenschaftlichen Verbundpartner. Deren Allfinanzangebot versetzt die Bank in die Lage, das gesamte Spektrum der finanziellen Ziele und Wünsche der Kunden zu decken. Mit einem Rating von AA- wurde die Vitalität und finanzielle Stabilität der genossenschaftlichen Finanzgruppe erst jüngst gewürdigt. Sie ist damit die am besten geratete Bankengruppe Europas. „In der kompetenten und seriösen Beratung liegt die Stärke unserer Volksbank, die traditionell sehr nah an den Menschen und Unternehmen ist“, verdeutlicht Martiné. Mit Stolz verweist er auf das Ergebnis eines neutralen Bankentests, in dem sich aktuell die Volksbank in den Kategorien „Privatkunden“, „Firmenkunden“ und „Baufinanzierung“ mit der Auszeichnung „Beste Bank“ in Darmstadt gegen die Wettbewerber durchgesetzt hat. Aber auch die Sicherheit der Einlagen spielt nach Martinés Meinung bei den Mitgliedern und Kunden eine zentrale Rolle. Die Institutssicherung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland sichert schon seit vielen Jahrzehnten jede einzelne Genossenschaftsbank in Deutschland komplett ab und damit auch 100 Prozent aller Kundeneinlagen – ohne jegliche Begrenzung.

 

Klare Absage an europäische Einlagensicherung

Entsprechend lehnt Martiné jede Form der Vergemeinschaftung der Einlagensicherung in der Eurozone, die nach Plänen der EU-Kommission angestrebt wird, ab und appelliert an alle Anwesenden sich offen gegen dieses Vorhaben auszusprechen. „Wir brauchen hier eine breit angelegte Unterstützung“, betont er mit Blick auf den anwesenden Bundestagsabgeordneten und parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesfinanzminister, Dr. Michael Meister. Bisher liegt es in der Verantwortung jedes Mitgliedsstaates, seine Sicherungssysteme auf- und auszubauen. Während etliche, auch größere Bankensysteme, in anderen Euro-Staaten noch nicht einmal damit begonnen haben, Rücklagen für diesen Zweck zu bilden, gibt es Bestrebungen der EU-Kommission die Systeme zu sozialisieren. Damit würden dann die Volksbanken und Raiffeisenbanken und deren Kunden für andere europäische Banken – mit zum Teil riskanten Geschäftsmodellen – haften. Für Martiné wäre es schlicht skandalös, wenn Gelder, die die Volksbank zum Schutz ihrer Sparer und zu Lasten der eigenen G + V zurückgelegt hat, dann für alle Einlagen bei Banken in allen Euro-Staaten haften würden.

Niedrigzinsphase hinterlässt Spuren

Als Wertmutstropfen bleibt angesichts der kräftig gestiegenen Kundenkredite und Kundeneinlagen die anhaltende Niedrigzinsphase, die zu weiter sinkenden Zinsmargen führte. Der Zinsüberschuss sank erwartungsgemäß um 4,3 Millionen Euro und belastete die Ertragslage der Volksbank Darmstadt – Südhessen erstmals spürbar. Dieser Ertragsrückgang konnte durch ein striktes Kostenmanagement mit einem signifikant reduzierten Verwaltungsaufwand abgefedert werden, so dass ein Jahresüberschuss vor Steuern von 26,8 Millionen Euro ausgewiesen werden konnte. Er bietet nach Verrechnung von 9,4 Millionen Euro Steuern eine gute Grundlage, die Rücklagen der Bank weiter zu stärken und eine Dividende von 4,0 Prozent an die 90.286 Anteilseigner zu zahlen.

Deutlicher Eigenkapitalausbau erforderlich

Mit einem Eigenkapital von 450 Millionen Euro ist die Volksbank Darmstadt – Südhessen gut aufgestellt. Gegenüber den aktuellen aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen bestehen ausreichend Sicherheitspuffer, um den Kreditwünschen von Privat- und Firmenkunden entsprechen zu können. Um den eingeschlagenen Wachstumskurs und den steigenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen der Bankenaufsicht an Qualität und Höhe der Eigenmittel gerecht zu werden, misst die Volksbank Darmstadt – Südhessen der Eigenkapitalentwicklung bereits seit längerem höchste Priorität zu.

Regional verwurzelt und engagiert

Getreu der genossenschaftlichen Werte Selbstverantwortung, Selbstverwaltung und Hilfe zur Selbsthilfe engagierte sich die Volksbank Darmstadt – Südhessen weit über das Bankgeschäft hinaus und hat auch in 2015 ihre Verbundenheit zur Region zum Ausdruck gebracht. An über 900 gemeinnützige Organisationen im Geschäftsgebiet wurden über 639.000 Euro ausgeschüttet. Darüber hinaus wird Vereinen und Institutionen mit dem Internetportal „Gemeinschaft, die bewegt“ eine Plattform geboten, um Spendengelder zur Finanzierung ihrer Projekte zu werben. In 2015 kamen auf diesem Weg 50.000 Euro für 14 Maßnahmen zusammen. Über das hinaus konnte die hauseigene Stiftung „Hoffnung für Kinder“ im vergangenen Jahr mit 102.000 Euro rund 600 Kindern, die aus gesundheitlichen, sozialen oder familiären Gründen nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, schnell und wirksam helfen.

Sylvia Rhein neu in den Aufsichtsrat gewählt

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat informierte der Aufsichtsratsvorsitzende, Thomas Frank, dass die Herren Helmut Kill, Horst Lulay und Roland Träger wegen Ablauf der Wahlzeit aus dem Aufsichtsrat ausscheiden werden. Eine Wiederwahl von Kill und Lulay war möglich. Roland Träger stand hingegen wegen Erreichens der satzungsgemäßen Altersgrenze nicht zur Wiederwahl. Für ihn schlug der Aufsichtsrat die in Lorsch lebende Sylvia Rhein zur Wahl in den Aufsichtsrat vor. Nach Ansicht von Vorstand und Aufsichtsrat zeichnen sie ihre als Fachanwältin für Insolvenzrecht mit eigener Kanzlei in Bensheim und als Wirtschaftsmediatorin in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht erworbenen Erfahrungen für dieses Amt besonders aus. Die Vertreterversammlung stimmte dem zu und wählte Frau Rhein sowie die Herren Kill und Lulay mit klarem Mehrheitsbeschluss in das 24-köpfige Kontrollgremium.

Roland Träger erhält Ehrennadel in Silber

Insgesamt 23 Jahre hat sich der 65-Jährige ehrenamtlich im Aufsichtsrat für die Volksbank eingebracht. Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Frank dankte dem freiberuflich tätigen Architekten aus Viernheim für seinen engagierten Einsatz und überreichte ihm als Anerkennung die Ehrennadel in Silber des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes. Laut Frank entsprach Roland Träger dem Ideal eines genossenschaftlichen Aufsichtsratsmitglieds. Dem Genossenschaftswesen hat er einen wertvollen Dienst erwiesen: Gesellschaftlich und privat in der Region verwurzelt, konnte er seine Erfahrungen und fachliche Expertise, insbesondere im Bereich der „Baubranche bei vielen Entscheidungen, insbesondere im Investitionsausschuss, einbringen.

MdB Meister nahm Stellung

Im Anschluss an die formelle Tagesordnung rundete Herr Dr. Michael Meister zum Thema „Europäische Bankenregulierung und Kapitalmarktunion: Aktuelle Herausforderungen für Regionalbanken“ die Veranstaltung ab. Seine Informationen aus erster Hand und dem aktuellen Statement zur Haltung der Bundesregierung, insbesondere zur brisanten Thematik der Vergemeinschaftung der Einlagensicherungssysteme wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.